Anne Killats Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld von Wahrnehmung und Material. Natur erscheint nicht als Motiv, sondern als Gegenüber – als etwas, das sich entzieht und zugleich einschreibt.

Fotografie und Malerei sind dabei keine getrennten Disziplinen, sondern unterschiedliche Formen, sich dieser Beziehung anzunähern: im Licht als flüchtige Erscheinung und im Material als Verdichtung von Zeit.

Lichtraum
Die fotografischen Arbeiten entstehen aus einer stillen, konzentrierten Annäherung. Sie zeigen keine Situationen, sondern Zustände. Licht wird nicht eingesetzt, sondern vorgefunden. Es beschreibt keine Dinge, sondern öffnet Räume der Wahrnehmung – reduziert, fragil, ohne erzählerische Eindeutigkeit. Natur tritt hier nicht als Bildinhalt auf, sondern als Gegenüber: als etwas, das sich nur im Moment der Wahrnehmung zeigt und zugleich entzieht.
Die fotografischen Arbeiten entstehen aus einer stillen, konzentrierten Annäherung. Sie zeigen keine Situationen, sondern Zustände. Licht wird nicht eingesetzt, sondern vorgefunden. Es beschreibt keine Dinge, sondern öffnet Räume der Wahrnehmung – reduziert, fragil, ohne erzählerische Eindeutigkeit. Natur tritt hier nicht als Bildinhalt auf, sondern als Gegenüber: als etwas, das sich nur im Moment der Wahrnehmung zeigt und zugleich entzieht.
Sedimentkörper
Die malerischen Arbeiten sind prozesshaft angelegt. Materialien wie Gesteinsmehle, Sumpfkalk und Wachs werden nicht abgebildet, sondern wirken als eigenständige Träger von Zeit und Transformation. In Schichtungen, Verdichtungen und Brüchen entstehen Bildkörper, die weniger Oberfläche als vielmehr Präsenz sind. Die Arbeiten folgen keiner festen Form, sondern entwickeln sich aus dem Widerstand und den Eigenschaften des Materials – als Einschreibungen von Dauer, Verdichtung und Veränderung.
DAO – Einheit des Kosmos

Das Denken des DAO bildet einen wesentlichen Resonanzraum in Anne Killats künstlerischem Selbstverständnis. Im daoistischen Verständnis beschreibt DAO kein statisches Prinzip, sondern ein sich unaufhörlich vollziehendes Werden – den Ursprung von Einheit und Dualität zugleich. Es ist Weg und Bewegung, Entstehen und Vergehen, ein zyklisches Geschehen, das allem Lebendigen innewohnt.

Diese Vorstellung einer uranfänglichen Einheit, in der Gegensätze nicht als Widerspruch, sondern als notwendige Ergänzung existieren, durchzieht Anne Killats Werk auf subtile Weise. Licht und Schatten, Präsenz und Auflösung, Verdichtung und Leere stehen nicht gegeneinander, sondern bedingen sich. Ihre Arbeiten verkörpern ein Gleichgewicht im Ungleichgewicht – ein sensibles Austarieren von Kräften.

Wie die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft in der Natur als eigenständige Energien wirken und doch Teil eines umfassenden Kreislaufs bleiben, so hinterlassen auch in ihren Werken Material, Geste und fotografischer Blick jeweils eigene Spuren. Marmormehl, Wachs, Pigmente, Licht und Unschärfe entfalten ihre spezifische Qualität – und fügen sich zugleich in ein übergeordnetes Ganzes.

Spuren, Risse, Überlagerungen und bewusste Verletzungen sind in diesem Zusammenhang keine rein ästhetischen Entscheidungen, sondern Ausdruck eines Prozesses, der Transformation sichtbar macht. Das Innere der Künstlerin tritt in Beziehung zum Außen – nicht als Abbild, sondern als energetische Korrespondenz. So entstehen Arbeiten, die gleichermaßen autonom und verbunden wirken.

Fotografie und Malerei stehen dabei nicht hierarchisch zueinander, sondern bilden ein dialogisches Feld. Sie spiegeln das daoistische Prinzip der Dualität in Einheit: zwei Ausdrucksformen, ein Ursprung. Auch die einzelnen Werke treten untereinander in Beziehung und erweitern sich im Kontakt mit dem Raum und dem Betrachter. Erst in dieser Verbindung entfaltet sich ihre volle Wirkkraft.

Anne Killats Kunst versteht sich so als offener Prozess – als sichtbare Manifestation eines unsichtbaren Zusammenhangs. Nicht das einzelne Werk steht im Mittelpunkt, sondern das Kontinuum, das alles durchdringt.
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Die uranfängliche Einheit des Kosmos, die alles in sich vereint. Sein und Nichtsein, Licht und Schatten, Leichtigkeit und Schwere, Stillstand und Bewegung, Mystik und Realität. Dieser Dualismus in der Einheit und die Metamorphosen in der Gesellschaft, im eigenen Leben und in der Natur bilden den Rahmen, in dem sich die Arbeiten von Anne Killat bewegen. Sich in unserer von Hektik und Auseinandersetzungen geprägten Welt absichtslos niederzulassen und ganz im Augenblick präsent zu sein, dazu fordern Anne Killats Bilder der Serie „Sein – Nichtsein“ auf, die über mehrere Jahre an unterschiedlichen Kraftorten entstanden sind. Sie mögen auf den ersten Blick belanglos erscheinen, lässt man sich aber darauf ein, beruhigt sich der Geist, und alles erscheint in einem anderen Licht, löst sich in kleinere Formen, Muster und Kontraste auf und erlaubt so eine Sichtweise, die den Geist frei werden lässt. Die Momente in den Bildern existieren schon kurze Zeit später nicht mehr. Aber einmal (in sich) aufgenommen, behalten sie eine Präsenz, die Ruhe und Energie verleiht und die dem Betrachter vor Augen führt, dass alles dem Wandel unterliegt und jedes Schwarz sich irgendwann wieder in Weiß verwandelt. Die Serie wird fortlaufend erweitert. 
Die uranfängliche Einheit des Kosmos, die alles in sich vereint. Sein und Nichtsein, Licht und Schatten, Leichtigkeit und Schwere, Stillstand und Bewegung, Mystik und Realität. Dieser Dualismus in der Einheit und die Metamorphosen in der Gesellschaft, im eigenen Leben und in der Natur bilden den Rahmen, in dem sich die Arbeiten von Anne Killat bewegen. Sich in unserer von Hektik und Auseinandersetzungen geprägten Welt absichtslos niederzulassen und ganz im Augenblick präsent zu sein, dazu fordern Anne Killats Bilder der Serie „Sein – Nichtsein“ auf, die über mehrere Jahre an unterschiedlichen Kraftorten entstanden sind. Sie mögen auf den ersten Blick belanglos erscheinen, lässt man sich aber darauf ein, beruhigt sich der Geist, und alles erscheint in einem anderen Licht, löst sich in kleinere Formen, Muster und Kontraste auf und erlaubt so eine Sichtweise, die den Geist frei werden lässt. Die Momente in den Bildern existieren schon kurze Zeit später nicht mehr. Aber einmal (in sich) aufgenommen, behalten sie eine Präsenz, die Ruhe und Energie verleiht und die dem Betrachter vor Augen führt, dass alles dem Wandel unterliegt und jedes Schwarz sich irgendwann wieder in Weiß verwandelt. Die Serie wird fortlaufend erweitert. 
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Die uranfängliche Einheit des Kosmos, die alles in sich vereint. Sein und Nichtsein, Licht und Schatten, Leichtigkeit und Schwere, Stillstand und Bewegung, Mystik und Realität. Dieser Dualismus in der Einheit und die Metamorphosen in der Gesellschaft, im eigenen Leben und in der Natur bilden den Rahmen, in dem sich die Arbeiten von Anne Killat bewegen. Sich in unserer von Hektik und Auseinandersetzungen geprägten Welt absichtslos niederzulassen und ganz im Augenblick präsent zu sein, dazu fordern Anne Killats Bilder der Serie „Sein – Nichtsein“ auf, die über mehrere Jahre an unterschiedlichen Kraftorten entstanden sind. Sie mögen auf den ersten Blick belanglos erscheinen, lässt man sich aber darauf ein, beruhigt sich der Geist, und alles erscheint in einem anderen Licht, löst sich in kleinere Formen, Muster und Kontraste auf und erlaubt so eine Sichtweise, die den Geist frei werden lässt. Die Momente in den Bildern existieren schon kurze Zeit später nicht mehr. Aber einmal (in sich) aufgenommen, behalten sie eine Präsenz, die Ruhe und Energie verleiht und die dem Betrachter vor Augen führt, dass alles dem Wandel unterliegt und jedes Schwarz sich irgendwann wieder in Weiß verwandelt. Die Serie wird fortlaufend erweitert. 
Die uranfängliche Einheit des Kosmos, die alles in sich vereint. Sein und Nichtsein, Licht und Schatten, Leichtigkeit und Schwere, Stillstand und Bewegung, Mystik und Realität. Dieser Dualismus in der Einheit und die Metamorphosen in der Gesellschaft, im eigenen Leben und in der Natur bilden den Rahmen, in dem sich die Arbeiten von Anne Killat bewegen. Sich in unserer von Hektik und Auseinandersetzungen geprägten Welt absichtslos niederzulassen und ganz im Augenblick präsent zu sein, dazu fordern Anne Killats Bilder der Serie „Sein – Nichtsein“ auf, die über mehrere Jahre an unterschiedlichen Kraftorten entstanden sind. Sie mögen auf den ersten Blick belanglos erscheinen, lässt man sich aber darauf ein, beruhigt sich der Geist, und alles erscheint in einem anderen Licht, löst sich in kleinere Formen, Muster und Kontraste auf und erlaubt so eine Sichtweise, die den Geist frei werden lässt. Die Momente in den Bildern existieren schon kurze Zeit später nicht mehr. Aber einmal (in sich) aufgenommen, behalten sie eine Präsenz, die Ruhe und Energie verleiht und die dem Betrachter vor Augen führt, dass alles dem Wandel unterliegt und jedes Schwarz sich irgendwann wieder in Weiß verwandelt. Die Serie wird fortlaufend erweitert. 
Essence of Life

Die Essenz des Lebens zeigt sich, wenn wir Zugang zu unserem Feingefühl bekommen, wenn wir ein wirkliches Verständnis von uns selbst und von der Welt bekommen, die uns umgibt, wenn wir unangepasst und frei im Denken sind.

Unsere Lebenserfahrung lehrt uns häufig etwas anderes. Wir sollen angepasst sein, tun, was von uns erwartet wird, Regeln befolgen. Darüber hinaus tragen wir im Laufe des Lebens (seelische) Verletzungen davon, die vielfach einen langen Heilungsprozess benötigen.

Kunst, die die Essenz zeigt, kann daher nicht in der Hektik des Alltags entstehen. Sie braucht Rückzug, ein Einlassen auf den eigenen Körper, den Geist, die Schwierigkeiten und Probleme, die da sind. Es braucht einen Prozess, diese zu integrieren, anzunehmen, damit zu sein, sie zu betrauern. Wenn wir dann ganz bei uns sind, unser Ego loslassen können und unsere unbegrenzte Natur und Verbindung zu allem, was ist, zulassen, können Kunstwerke entstehen, in denen sich diese Essenz transformiert und materialisiert. Es entstehen Werke jenseits jeglicher Gefälligkeit, so reduziert, dass man nichts mehr wegnehmen kann, intakt und ohne jegliche Ausschmückung.

Anne Killat erfüllt es jedes Mal mit großer Dankbarkeit, wenn ein solches Werk entstehen darf.
Ihre Werke sollen nichts darstellen, nichts illustrieren, nichts symbolisieren. Sie prangern auch nichts an. Sie sind, was sie sind, man kann darin allerhand lesen, muss es aber nicht. Für den Betrachter, der die Hintergründe nicht kennt, eröffnen diese Arbeiten daher die Chance, die eigene Seele freizulegen. Das Unbewusste im Abstrakten ohne Realitätsbezug lenkt den Blick z. B. auf Form und Farbe, nichts lenkt davon ab. Keine Figur fängt den Blick. Es gibt keine Szene zu entdecken, die Erinnerungen hervorruft, die einen im Geiste davonträgt. Man kann einfach eintauchen, die Bilder geben keine Antworten – vielleicht werfen sie Fragen auf, von denen man noch gar nicht wusste, dass man sie hat.
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Die Stille stellt keine Fragen, aber sie kann uns auf alles eine Antwort geben.
(Ernst Ferstl)
Die Stille stellt keine Fragen, aber sie kann uns auf alles eine Antwort geben.
(Ernst Ferstl)
Spurensuche.

Anne Killat überlässt sich bei der Entstehung ihrer Bilder ganz ihrem Gefühl, arbeitet in einem sehr meditativen Prozess aus ihrer Mitte heraus. Nichts muss sich entwickeln, alles darf, sie folgt dem, was ich durch sie ausdrücken möchte, greift Spuren auf, hat den Mut, etwas Entstandenes wieder vergehen zu lassen, zum Teil aktiv zu zerstören und so im Verlauf des Malprozesses zu einem persönlichen Abschluss zu kommen. Die Arbeiten aus der eigenen Mitte heraus bilden Zwischenräume oder Zwischenwelten und transformieren Erlebnisse, Empfindungen, Räume, die der Betrachter füllen, fühlen kann. Die Bilder gehen in den Dialog mit dem Raum und miteinander, dabei mag Killat es, wenn man nicht sicher ist, was man sieht, denn diese Verwirrung bietet die Chance, die eigene Wahrnehmung auf die Spurensuche zu schicken, neben dem Sehen auch die anderen Sinne mit einzubeziehen. Durch ihre Arbeit mit verschiedenen Strukturen aus natürlichen Materialien, wie Marmormehl, Sumpfkalk, Baumaterialien, Warmleim gehen ihre Bilder ein Stück weit in die Dreidimensionalität und schaffen damit eine räumliche Tiefe. Durch die Verwendung. natürlicher Bindemittel (Kasein, Tempera, Öl zur Herstellung ihrer eigenen Farben) bleiben alle auf dem Bild befindlichen Schichten durchlässig und es entsteht – trotz ungegenständlicher Bildanlagen – häufig eine Assoziation an Naturelemente.
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Die Arbeiten aus der Serie INFERNAL untersuchen das Verhältnis von Natur und menschlicher Wahrnehmung im Spannungsfeld von Präsenz, Aneignung und Entzug.

Ausgangspunkt ist der Lorbeerwald von Fanal auf Madeira – ein Relikt präkolonialer Vegetation, das als Projektionsfläche für Naturerfahrung ebenso fungiert wie als Ort realer ökologischer Fragilität.

Durch eine gezielte Überbelichtung und Reduktion der Bildinformation wird der landschaftliche Kontext nahezu ausgelöscht. Die Bäume lösen sich aus ihrer topografischen Verortung und erscheinen als autonome, skulpturale Strukturen zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden. Natur wird hier nicht abgebildet, sondern als Wahrnehmungsraum konstruiert, der sich der unmittelbaren Verfügbarkeit entzieht.

Vor dem Hintergrund massentouristischer Bildproduktion – insbesondere der permanenten Selbstinszenierung im Naturraum – verschiebt die Arbeit den Fokus vom konsumierbaren Erlebnis hin zu einer irritierten, verlangsamten Betrachtung. Die Abwesenheit des Menschen im Bild verweist dabei auf seine gleichzeitige Wirksamkeit.

Die Fotografien positionieren sich damit an der Schnittstelle von ästhetischer Erfahrung und ökologischer Reflexion. Sie fragen nach der Möglichkeit, Natur jenseits ihrer Funktion als Bildmotiv zu denken – als eigenständiges Gegenüber, dessen Wahrnehmung bereits von kulturellen und medialen Praktiken durchdrungen ist.
Die Arbeiten aus der Serie INFERNAL untersuchen das Verhältnis von Natur und menschlicher Wahrnehmung im Spannungsfeld von Präsenz, Aneignung und Entzug.

Ausgangspunkt ist der Lorbeerwald von Fanal auf Madeira – ein Relikt präkolonialer Vegetation, das als Projektionsfläche für Naturerfahrung ebenso fungiert wie als Ort realer ökologischer Fragilität.

Durch eine gezielte Überbelichtung und Reduktion der Bildinformation wird der landschaftliche Kontext nahezu ausgelöscht. Die Bäume lösen sich aus ihrer topografischen Verortung und erscheinen als autonome, skulpturale Strukturen zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden. Natur wird hier nicht abgebildet, sondern als Wahrnehmungsraum konstruiert, der sich der unmittelbaren Verfügbarkeit entzieht.

Vor dem Hintergrund massentouristischer Bildproduktion – insbesondere der permanenten Selbstinszenierung im Naturraum – verschiebt die Arbeit den Fokus vom konsumierbaren Erlebnis hin zu einer irritierten, verlangsamten Betrachtung. Die Abwesenheit des Menschen im Bild verweist dabei auf seine gleichzeitige Wirksamkeit.

Die Fotografien positionieren sich damit an der Schnittstelle von ästhetischer Erfahrung und ökologischer Reflexion. Sie fragen nach der Möglichkeit, Natur jenseits ihrer Funktion als Bildmotiv zu denken – als eigenständiges Gegenüber, dessen Wahrnehmung bereits von kulturellen und medialen Praktiken durchdrungen ist.

»Im Riss beginnt der Wandel.«

Mit geistiger Nähe zum abstrakten Expressionismus und zum Informellen folgt Killat keinem Genre, keiner festgelegten Kunstrichtung.

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