Neben Ausstellungen nehmen Projekte einen zentralen Stellenwert im künstlerischen Schaffen von Anne Killat ein. Sie eröffnen Räume für Experimente, Kooperationen und neue Formen der Sichtbarkeit und erweitern den klassischen Ausstellungsrahmen um kontextbezogene und oft prozesshafte Ansätze.

Ausgangspunkt dieser Projekte ist häufig die enge Verbindung zu den inhaltlichen Fragestellungen ihrer Arbeit. Sie entstehen dort, wo künstlerische Ideen auf besondere Situationen, Orte oder Herausforderungen treffen und dadurch neue Ausdrucksformen hervorbringen.

Jedes Projekt folgt dabei seiner eigenen Logik und seinem eigenen Kontext. Gemeinsam ist ihnen das Interesse an Grenzüberschreitungen – zwischen Kunst und Lebensraum, zwischen individueller und kollektiver Erfahrung, zwischen Sichtbarem und Verborgenem. Sie sind Ausdruck einer künstlerischen Praxis, die den Dialog sucht, neue Perspektiven eröffnet und die Möglichkeiten künstlerischen Handelns kontinuierlich erweitert.

Katalog Serendipity

Projekt Katalog Serendipity

Als Abschluss des FotoAkademieStudiums an der FotoKunstAkademie WennHeldenReisen (gegründet in Dießen am Ammersee) ist im Jahr 2021 der Katalog „Serendipity – Spuren bemerken, Schlüsse ziehen …“ entstanden.

Unterstützt wurde Anne Killats Projekt durch ein Brückenstipendium der Hessischen Kulturstiftung, die während der Corona-Zeit Stipendien ausgeschrieben hatte, um trotz der nicht möglichen Ausstellungen Künstlern auf anderen Wegen – z.B. durch einen Katalog – die Sichtbarmachung ihrer künstlerischen Arbeiten zu ermöglichen.

Der 88seitige Katalog kann bei Interesse über die Künstlerin erworben werden.

Der erste Teil zeigt Fotografien von Anne Killat und Texte von Menschen, die sie in ihrer künstlerischen Arbeit inspiriert haben. Er beschäftigt sich mit ihren eigenen LebensSpuren und zeigt diese in metaphorischer Weise in sieben Fotografien.

Ein Triptychon im zweiten Teil des Katalogs bestehend aus einem Tableau mit 18 Fotografien und zwei Tableaus mit jeweils einer Leinwand setzt sich mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf unser aller Leben auseinander.

Der dritte Teil beschäftigt sich in Fotografien mit dem Thema Vanitas im Spannungsfeld zwischen „memento mori“, „carpe diem“ und „hybris“ und nutzt dazu das fotografische Paradoxon von Stillstand und Bewegung. Ergänzt werden die Fotografien durch lyrische Texte von Andreas Gryphius und Christian von Hofmannswaldau.

Projekt Kunstwanderweg

Im März 2021 wurde an der Jammerhecke in Rod am Berg der Kunstwanderweg „Spuren des Wandels“ eröffnet.

Auf landschaftlich sehr schönem Rundweg begegnen dem Naturfreund zwölf Fotografien der Künstlerin Anne Killat, die in einen Dialog treten mit japanischen Haiku. Die Bildtafeln eröffnen einen sinnlichen Raum, den der Betrachter – jeder auf seine Weise – mit eigenen Gedanken und Gefühlen füllen kann.

Alle Fotografien sind in den heimischen Wäldern entstanden und beschäftigen sich auf sehr persönliche Weise mit dem Waldsterben im Taunus als Folge des Klimawandels.

Finanziell ermöglicht wurde das Projekt durch ein Stipendium der Hessischen Kulturstiftung. Aber ebenso wertvoll und notwendig für die Durchführung des Projekts durch die Künstlerin Anne Killat war die tatkräftige Unterstützung durch ein Team vom Naturpark Taunus, den Neu-Anspacher Revierförster Christoph Waehlert und das Forstteam der Stadt Neu-Anspach, sowie den Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins WaldLiebe e. V. Bernd Reuter.

Projekt INBETWEEN BY MATERIA ArtCollective


Sind wir nicht immer INBETWEEN? Nicht festgelegt, nicht endgültig. Vom Leben in den Zwischenräumen erzählt diese Ausstellung: von der Fragilität und Kraft jener Momente, in denen wir weder hier noch dort und vielleicht gerade darin ganz bei uns selbst sind. Zwischen Raum und Zeit, zwischen Sein und Werden entfaltet sich die Schönheit des Unbestimmten. In Schwebezonen zwischen Ankunft und Aufbruch, Nähe und Distanz, Sichtbarkeit und Verschwinden entstehen neue Perspektiven.

Skulpturen und Bilder wachsen aus der wunderbaren Last der Entscheidungsfreiheit. Wir stehen nicht auf festem Boden – gerade dadurch ist alles formbar. INBETWEEN ist der Moment, in dem wir das Gewicht der Wahl spüren und zugleich die Freiheit der Möglichkeit erahnen. Aus dem tiefen Inneren heraus entsteht Kunst, die sich mit diesen Zwischenräumen auseinandersetzt: Spannungen zwischen Selbstbild und Erwartungen anderer, zwischen dem, was wir sind und dem, was wir werden wollen.

Der Schaffensprozess selbst ist Zwischenraum. Die entstehenden Kunstwerke durchlaufen eine Transformation: Aus der Schwere des Materials entsteht eine unerwartete Leichtigkeit. Die raue, verletzliche Oberfläche offenbart eine innere Stärke. Es geht darum, den Augenblick festzuhalten, in dem die Gegensätze in einem Werk koexistieren – nicht als Auflösung, sondern als neue Einheit. Dies ist der Moment, in dem die Arbeiten die Geschichte ihrer Entstehung erzählen – von der Starre bis zur Bewegung.

INBETWEEN ist ein Ort der Begegnung mit Polaritäten: Bejahung und Verneinung, Zweifel und Zuversicht, Bewegung und Ruhe. Hier entstehen Fragen, Richtungswechsel, Klarheit im Schwanken. INBETWEEN lädt ein, diese Räume zu erkunden – als Orte des Suchens und Findens, des Fragens und Verstehens. Wandel beginnt oft mit Rissen, Unvollkommenheit, dem Mut zur Überarbeitung – dem, was eine neue Form ermöglicht.

In den Spannungen liegt Kraft. Im Widerspruch entfaltet sich Energie. Wer die Vielfalt des Lebens annimmt, betritt einen Dialograum zwischen Innen und Außen, Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen dem, was war und dem, was werden kann.

Dieses Projekt fordert dazu auf, die Schönheit des Zwischenzustands zu erleben: als Raum des Denkens, Fühlens und Sichtbarwerdens.




Gemeinsame Ausstellungsprojekte:

3.7. bis 2.8.2026
INBETWEEN“ des MATERIA ArtCollectives (Anne Killat, Claudia Fründ, Maria Eggenkemper, Maria Stoltefaut) in der Englischen Kirche in Bad Homburg

Nur wer Wurzeln hat, kann fliegen

Die vier Künstlerinnen

Anne Killat
Claudia Fründ 
Maria Eggenkemper
Maria Stoltefaut 

haben einen Dialograum zwischen Innen und Außen, Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen dem, was war und dem, was werden kann betreten und Ende 2025 das MATERIA ArtCollective gegründet.

Aus dem künstlerischen Miteinander heraus soll eine langfristige künstlerische Zusammenarbeit erfolgen. Die Künstlerinnen werden zusammen arbeiten, ihre Arbeiten bereits im Entstehungsprozess in einen Dialog treten lassen z. B., indem Materialien der jeweils anderen in die eigenen Arbeiten einfließen und ihre Arbeiten auch gemeinsam in Ausstellungen präsentieren – mal alle vier, mal in unterschiedlichen Zusammensetzungen.

Projekt The Colorfield Performance

The Colorfield Performance 2025 – Internationale Land-Art in den Niederlanden

Im Sommer 2025 nahm Anne Killat an der internationalen The Colorfield Performance in Groesbeek in den Niederlanden teil. Das renommierte Land-Art-Projekt des friesischen Künstlers Dirk Hakze stand 2025 im Zeichen von „Vrijheid“ – Freiheit – und erinnerte an 80 Jahre Frieden und Befreiung in Europa.

336 Bildtafeln bildeten im Laufe des Sommers in der Landschaft ein großes „V“ als Symbol für Freiheit. Künstlerinnen und Künstler aus vielen Ländern gestalteten ihre Werke live vor Publikum und verwandelten das Gelände nahe des Freiheitsmuseums in eine einzigartige Open-Air-Galerie.

Anne Killat arbeitete dabei mit natürlichen Materialien wie Pigmenten, Kalk und traditionellen Bindemitteln auf strukturierten Untergründen. Das Kunstwerk entstand innerhalb eines einzigen Tages unter freiem Himmel und unter außergewöhnlichen Wetterbedingungen. Regen, hohe Luftfeuchtigkeit und der bewusste Verzicht auf kontrollierbare Atelierbedingungen wurden Teil des kreativen Prozesses.

Gerade in diesen Herausforderungen offenbarte sich, worum es in diesem Projekt ging: Vertrauen in den Prozess, Offenheit für Veränderung und die Kraft kreativer Freiheit. Das entstandene Bild trägt die Spuren dieses Tages bis heute in sich.

»Im Riss beginnt der Wandel.«

Mit geistiger Nähe zum abstrakten Expressionismus und zum Informellen folgt Killat keinem Genre, keiner festgelegten Kunstrichtung.

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